Wie erkenne ich ein gutes Futter?


Wer sich noch nie die Inhaltsstoffe auf einer Futtertüte angeschaut hat ist jetzt bestimmt sehr verwirrt. Selbst die, die sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben sind vielleicht erschüttert, dass die Bestandteile die sich vom Namen her gesund angehören, nicht wirklich das sind was sie versprechen.

Da die wenigsten Hersteller angeben wie viel Prozent der Inhaltsstoffe im Futter enthalten sind, und die Inhaltsstoffe nach dem Anteil in dem sie im Futter enthalten sind aufgelistet ist, kann man daraus natürlich nicht ersehen wie viel Fleisch das Futter tatsächlich enthält. Auch hier arbeiten die Hersteller mit Tricks indem sie wie oben bereits erwähnt das Fleisch VOR dem Trocknen wiegen und die restlichen Bestandteile erst später. Ein weiteres schönes Beispiel ist: Der Getreideanteil im Futter wird in Reis, Mais und Weizen oder in verschiedene Produkte wie z. B. Maismehl und Maisgluten aufgesplittet, so dass man sich nicht mehr sicher sein kann, ob wirklich mehr Fleisch als Getreide im Futter ist.

Man benötigt also einen anderen Weg um sicher festzustellen, wie hochwertig das Futter wirklich ist und wie viel die Katze davon tatsächlich verwerten kann. Bei einigen Herstellen kann man die Verwertbarkeit de Futters erfragen. Diese kann man auch aus der empfohlen Fütterungsmenge des Futters pro KG Körpergewicht der Katze ersehen. Die Mengenempfehlung bezieht sich auf die Kalorien und auf die Nährstoffe die, die Katze braucht. Bei der Fütterungsempfehlung von Supermarkdosenfutter MUSS eine 4KG schwere Katze ca. 400g Dose futtern, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. 400g Dosenfutter ist 1/10 des Körpergewichtes dieser Katze, stellen sie sich vor, sie würden jeden Tag so viel essen müssen.

Je hochwertiger also die Zutaten sind, desto geringer wird die Menge die sie verfüttern müssen. Bei einem guten Futter beträgt die Fütterungsmenge ca. 50g - 60g Trockenfutter für eine 4,5 KG schwere Katze pro Tag. Durch diese scheinbar geringe Nahrungsaufnahme wird der Organismus des Tieres nicht unnötig belastet und trotzdem bekommt es alles was es braucht. Das wird uns zwar immer wieder auch in der Werbung versprochen, aber bei der Qualität der Zutaten gibt es doch große Unterschiede. Auch an der ausgeschiedenen Kotmenge kann man ersehen, wie gut ein Futter wirklich ist. Je besser ein Futter verwertet wird, desto geringer ist die Kotmenge und auch der Geruch ist bei einem guten Futter weit nicht so streng.

Tierisches Eiweiß, das nur schwer oder nicht zu verdauen ist, belastet die Katze unnötig und kann zu Krankheiten führen. Der Verdauungsweg der Katze ist relativ kurz, wie bei allen Fleisch- bzw. Beutetierfressen. Der Eiweißbedarf sollte durch hochwertiges leicht verdaulich Eiweiß gedeckt werden, am besten durch Muskelfleisch und ein wenig Innereien. Geflügel bietet hier die höchste Verdaulichkeit für eine Katze. Die Hochwertigkeit von Eiweiß errechnet sich aus der biologischen Wertigkeit, dies ist der Bewertungsmaßstab für die Qualität eines Nahrungseiweißes (Protein).

Sie hängt von dem Gehalt an essentiellen und limitierenden Aminosäuren ab. Man unterscheidet unentbehrliche (essentielle) Aminosäuren und nicht-essentielle Aminosäuren, diese können vom Körper gebildet werden. Essentielle Aminosäuren können vom Körper nicht selbst gebildet werden und müssen daher mit der Nahrung in ausreichender Menge zugeführt werden. Die verschiedenen essentiellen Aminosäuren, die in einem Nahrungseiweiß vorhanden sind, bilden die biologische Wertigkeit. Die am geringsten vorhandene Aminosäure ist die begrenzende, also diejenige, die den Wert festlegt, da nur alle Aminosäuren gemeinsam verwertbar sind. Die biologische Wertigkeit gibt an, wie viel des betreffenden Nahrungseiweißes in Körpereiweiß umgewandelt werden kann. Körpereiweiß hat die Aufgabe, unseren Körper, d.h. unsere Muskeln und Organe aufzubauen und zu erhalten. Je höher die biologische Wertigkeit, um so wertvoller ist ein Eiweiß. Eine besonders hohe biologische Wertigkeit haben Milch, Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier, aber auch Getreide und Kartoffeln.

Werden verschiedene pflanzliche und tierische Nahrungseiweiße gleichzeitig verzehrt, erhöht sich ihre biologische Wertigkeit (Ergänzungswert), so kann die Eiweißqualität (biologische Wertigkeit) einer solchen Kombination die Qualität der Einzelkomponenten, deutlich übersteigen. Daraus ergibt sich das Fleisch in Verbindung mit wertvollem Getreide nicht unbedingt schlecht ist, da die Katze hierdurch auch Ballaststoffe aufnimmt. Zuviel Getreide im Futter sorgt allerdings für eine PH-Wert Verschiebung des Urins und somit auch zu Nieren- oder Blasensteinen. Häufig liest man das zuviel Eiweiß zu Nierenproblemen führen kann, dies ist jedoch nur der Fall, wenn es schwer verwertbares Eiweiß ist. Dies ist ein Hauptgrund auf manche tierischen Nebenprodukte zu verzichten. Wichtig ist für Katzen auch noch die Fettsäure Arachidonsäure die nur in tierischen Fetten vorkommt.

Taurin
Taurin ist für Katzen anders als für Menschen eine halb essentielle Aminosäure, eigentlich keine richtige aber sie wird dazugezählt. Das halb essentiell bedeutet das die Katze es nicht ausreichend im Körper bilden kann und sie über die Nahrung zu sich nehmen muß. Taurin kommt fast ausschließlich in tierischen Produkten vor, bei Ratten 0,15% des gesamten Körpergewichtes. Es kommt vor allem in Hirn Herz Leber, Muttermilch und vor allem in Muskelfleisch vor. Auch Fische und Schalentiere haben einen sehr hohen Tauringehalt.

Taurin ist wichtig für den Fettstoffwechsel und erfüllt sehr wahrscheinlich wichtige Funktionen in Herz und Netzhaut da dort hohe Taurin Konzentrationen Nachgewiesen wurden. Genau wie im Gehirn, wo es wichtig für das Wachstum wichtig ist, woraus sich natürlich ergibt das es auch für Trächtige und säugende Katzen wichtig ist. Mangelerscheinung an Taurin sind daraus schon ersichtlich es werden Retina Degeneration, Herzmuskelerkrankungen, Epilepsie, und Forpflanzungsstörungen genannt.

Copyright Antje Büssemeier

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