Züchten ist nicht immer leicht und es kommt anders als man denkt.
Nachdem Anna von Atovska zu uns kam, wuchs in uns der Wunsch selber zu Züchten, was natürlich bedeutete das wir sie auf einer Ausstellung richten lassen mußten. Auch ihre Züchterin war von dieser Idee recht angetan. Anna machte ihr erstes CAC auf der Ausstellung und so stand dem Vorhaben nichts mehr im Wege. Aber halt, nun mußte erst einmal ein Kater gefunden werden, was sich nicht als leicht entpuppte da ich keine Verwandschaftverpaarung wollte. Ich wälzte lange zeit Stammbäume und schaute mich nach einem Kater um. Nun begab es sich aber das ich zu diesem Zeitpunkt Martin Stutzenbecker kennenlernte und er seinen ersten Wurf hatte. Sein Kater Naujocat`s Grischa gefiel mir außerordentlich gut und so besuchte ich ihn und seine Racker. Der Besuch war von der Seite meines Lebensgefährten mit der Auflage verbunden, das alle drei Babykater schon neue Heimstätten gefunden haben mußten. Kurz zur Erläuterung, als wir Anna zum ersten mal sahen verliebte er sich sofort in ihren Bruder Alex den Silvia Vejnovic aber behalten wollte. Nun hatte er natürlich den Verdacht ich könnte mich in einen der drei Kleinen verlieben und er selber kann sowieso keinem Baby widerstehen.
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Nun waren alle drei nicht
mehr zu haben und ich konnte mir Grischa anschauen fahren. Martin hatte drei
kleine Kater, von denen Aljosha Puschkin Gluchoi zur Zucht in die Niederlande
ausreisen würde, er war wunderbar hell und hat sich ja auch später
als hervorragender Zuchtkater entpuppt. Mein Favorit war allerdings Anastasio
Rasputin Gluchoi und ich war froh das auch er schon vergeben war. Aber mein
eigentliches Anliegen war ja der Deckkater und so wollten wir auch im Herbst,
wenn Anna 1,5 Jahre alt wäre zusammenkommen.
Ein paar Wochen später bekam ich ein Fax von Martin in dem er mir schrieb
das Rasputin mit den Katzen in seinem neuen zu hause nicht klar kam, da er
zu lebhaft war. Nun hatte Martin, in dem Glauben, das alle seine Kater ein
gutes neues Zuhause hätten, Urlaub gebucht und bat mich den Kleinen für
drei Wochen in Pflege zu nehmen. Wer kann da schon widerstehen?
Na ja was dann kam kennen die meisten aus seinen Faxen und falls nicht so
kann man sie hier nachlesen. Nach dem mein
Lebensgefährte Markus und er ihre Liebe zu einander entdeckten, blieb
er bei uns und nach einiger Zeit entpuppte er sich als Prachtbursche. Aber
nun gingen wir mit ihm auf Ausstellungen und Anna kam natürlich mit.
Er sieht so ganz anders aus als Aljosha, den wir schon einige Male auf Ausstellungen
getroffen haben und uns immer gefreut haben ihn mit menschlichem Anhang zu
sehen. An Aljoscha`s Karriere kann unser Putin nicht heranreichen, was zum
einen an den unterschiedlichen Typen und zum anderen an unserem mangelnden
Ausstellungswillen liegt. Rasputin kam nicht mit dem Gedanken als Zuchtkater
zu uns, sondern einfach nur zu liebhaben. So lange er nicht markieren würde
wollten wir schauen wie er sich entwickelt. Wegsperren kam für uns nicht
in Frage, da wir immer mit unseren Katzen leben wollten und wie schon oben
erwähnt machten er sich sehr gut.
Somit war das Decken bei Grischa war vergessen und wir warteten das unser
Putin ein Jahr alt würde damit er Anna decken konnte. Das klappte auch
sofort und wir bekamen am 26.6.1998 unsere ersten drei Russenmädels.
Es funktionierte alles ganz wunderbar von der Geburt bis zur Abgabe war alles
perfekt. Eines der Mädchen sollte bei uns bleiben, Koldunja`s Raja Allenka
und sie ist uns sehr ans Herz gewachsen.
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Die ersten Wochen bis Monate war alles toll, doch nun entstand so langsam ein Machtgerangel zwischen Rasputin und Anna. Welches seinen Anfang in dem Spiel "Anna auf der Katzentoilette erschrecken" nahm das sich Rasputin und Raja ausdachten. Wir alle kenne das Sprichwort aus Spaß wurde Ernst, alles ging noch eine Weile gut, denn Raja war/ist die ideale Spielgefährtin für Rasputin, sie ist sehr wild, stürmisch und die beiden spielen sehr kraftvoll miteinander. Anna demonstrierte Rasputin das sie nicht in dieser wilden Art mit ihm spielen wollte und er respektierte sie. Nun ja bei zwei blauen Schicksen kann sich auch der beste Kater mal vertun und springt der falschen zum Spaß in den Rücken. Alles war aber nach kurzer Zeit vergessen, die Kleine spielte mit ihrem Vater und schmuste mit ihrer Mutter. Nun planten wir, nach etwas mehr als einem Jahr unseren nächsten Wurf doch Anna nahm nicht an, wir haben es vier mal probiert es klappte einfach nicht. Nun gut dann suchten wir halt einen Kater für die Kleine, die wir eh erst spät decken lassen wollten. Wir schoben es hinaus, da sich die Lage zwischen unseren Katzen verschärfte, Anna fauchte sobald sie Rasputin sah und nun fing der Kampf zwischen meiner ziemlich dominanten und älteren Anna und dem des Jungkateralters entwachsenen den Höhepunkt seiner Männlichkeit langsam erreichenden Rasputin an. An Ausstellungen war gar nicht zu denken da schon ein Tierarztbesuch das Gefüge ins wanken brachte. Dieser wurde dann auch noch ganz fürchterlich, als unsere Raja einen schweren Unfall hatte und sich den Ellenbogen brach. Um es vorweg zu nehmen es war nicht die Schuld einer anderen Katze. Sie mußte also operiert werden und dazu blieb sie drei Tage in der Klinik, man konnte mir vor der OP nicht genau sagen wie vorgegangen würde nur das die Pfote im Notfall versteift werden würde. Sie wurde mit Drähten und Schrauben versehen und so konnten wir sie wieder abholen. Unsere Maus hatte anscheinend nicht gefressen, getrunken und das Klo behagte ihr dort wohl auch nicht. Denn das waren die ersten Dinge die sie nach einer stürmischen Begrüßung tat. Noch heute tut es mir in der Seele weh, wenn ich an diese Situation denke aber sie zeigte uns bald das sie härter gesotten war.
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Nun roch sie anderes und hatte einen weißen verband, beides wurde erst
einmal angefaucht und sie bekam zur Probe mal eine auf den Kopf, sie war nie
dominant und hielt sich immer aus den Streitereien raus, nun unterwarf sie
sich sofort und war somit aus der Schußlinie. Die nächsten Tage
waren Nerven zerreibend und die Stimmung stand kurz vor der Explosion. Während
dieser Zeit verhielt sich Raja möglichst unauffällig und so langsam
kamen ihre Eltern dann auch mal wieder in ihre Nähe. Anna bekam ihr kleines
Mädchen wieder das sogar an ihren Zitzen nuckelte, Rasputin spielte wie
früher mit ihr und Rajas Genesung ging zügig und ohne weitere Komplikationen
von statteten. Außer einem betonten humpeln, so manches mal mit dem
falschen Bein, wenn sie ihren Willen nicht bekommt ist sie wieder die Alte
geworden.
Was blieb war eine offene Feinschaft zwischen Rasputin und Anna und wir überlegt
wie es jetzt wohl mit unserer Züchterei weiter gehen sollte. Wir konnten
es nicht verantworteten in diesen Streit Babys zu setzen. Was wäre, wenn
sich die beiden während der Trächtigkeit mal wieder prügeln
würden? Den Kater einsperren wollten wir nicht dazu ist er viel zu sehr
auf Menschen fixiert. Kastration wurde ein immer heißeres Thema in unserem
Haushalt. Markus weigerte sich aber stetig Rasputin kastrieren zu lassen da
er noch einmal Babys machen sollte. Nur Anna zu kastrieren wäre nicht
unbedingt die Lösung gewesen, weil es auch passieren kann das er sie
dann gar nicht mehr akzeptiert und erst recht schlägt. Nun ja wir versuchten
vieles, homöopathische Mittel die das Potenzverhalten des Katers reduzieren
sollten und ihn dazu brachten scheu zu werden was natürlich Eifersucht
nach sich zog und damit Ärger. Auch Räumliche Trennung wäre
endgültig gewesen was uns schon nach kurzer Zeit klar wurde, da sich
die Situation dadurch keinesfalls entspannte. Genauso mit Einschreiten in
die Streitigkeiten, was Anna die ihm sonst körperlich unterlegen ist,
immer dazu ausnutzte sich als Sieger zu gebären und ihn zu provozieren.
Worauf das Echo nicht lange auf sich warten ließ und wir von wildem
Gefauche geweckt wurden. Wir entschieden das sie es austragen sollten und
schnitten ihnen alle paar Tage die Krallen damit es nicht zu schlimmeren Verletzungen
kommen konnte.
Nun wurde Anna
unsauber, teilweise wohl auch aus dem Grund des "Katzenklo Spieles".
Wir versuchten es mit mehreren Katzenklos aber auch nur mit bedingtem Erfolg.
Die Spüle war ihr lieber, da sie dort alles im Blick hatte und auch keiner
so gut springen kann wie sie. Ich baute ihr also ein Klo in den Wandschrank
ein, dort konnte keine andere Katze sie von oben anfallen, sie konnte mit
dem Kopf hinausschauen und alles überblicken. Wir gingen nun mit ihr
zum Klo und paßten auf, so bekam sie wieder vertrauen zu diesem Ort
und benutzte ihn.
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Anna versucht auch heute
noch ihre Tochter die mittlerweile größer ist als sie, durch die
Gegend zu tragen und Raja hat ihren Unfall so gut verdaut das es uns schon
wieder Angst macht, das sie vor nichts Angst zu haben scheint. Nun ganz langsam
besserte sich alles und jetzt bekommt auch keines der Mädels mehr die
Pille was für wesentlich bessere Stimmung sorgt, ich weiß auch
nicht warum aber es ist so. So langsam trafen die Beiden eine Übereinkunft
und gingen sich aus dem Weg. Raja war weiterhin das Wichtigste für beide,
quiekt sie auch nur im Ansatz ist unsere Wachkatze Anna unterwegs. Rasputin
hingegen hatte seinen Kampf zwar nicht verloren aber er verkrümelte sich
immer öfter unter unser Sofa. Er ist zwar dominant in seinem Revier,
doch er ist ein so lieber Kater der völlig auf uns Menschen fixiert ist
und am liebsten schmust. Nun sahen wir ihn aber nicht mehr viel. Es lag eine
lange Arbeit vor uns ihn wieder zugänglich zu machen. Mit viel Aufmerksamkeit
und Streicheleinheiten verwöhnten wir ihn, natürlich ohne die anderen
zu vernachlässigen und so wurde er wieder zu dem liebevollen Kater den
wir kannten.
Nun planen wir gerade mal unseren zweiten Wurf, hoffen das Anna und Rasputin
das hinbekommen und sie wirklich trächtig wird. Aber auch mit Raja wollen
wir einen Wurf probieren und suchen für sie noch einen Kater mit schönen
mandelförmigen Augen und hohen Ohren. Alles in allem sind wir froh das
wir unsere Katzen nicht kastriert haben und vielleicht sieht man uns dann
mal wieder auf einer Ausstellung...
Schöne Grüße
von
Anna, Rasputin und Raja
Sowie von
Markus Dettmer und Antje Büssemeier