Katzenbabys, Züchten?
Sie möchten einmal Katzenbabys haben aber nicht vor zu züchten? Das geht nicht, denn schon das einmalige verpaaren mit dem Wunsch Katzenbabys zu bekommen ist züchten und das bedeutet das sie eine Menge Verantwortung für sich und die Katze(n) tragen müssen. Vielleicht ist Ihnen das aber auch bewusst und sie möchten wissen was auf sie zukommen kann? Für beide Fälle habe ich hier ein paar Informationen zur Verfügung gestellt.
Erst einmal vorweg, sie müssen nicht unbedingt auf eine Ausstellung gehen um züchten zu können, aber einem Verein sollten sie schon beitreten. Zum einen sind die Auflagen oder Richtlinien fast immer zum Wohle der Katze und zum anderen sollten sie der Gesunderhaltung der Rasse dienen. Überall gibt es schwarze Schafe auch bei Züchtern. Die meisten Vereine bieten ihnen Sicherheit, einerseits dadurch das sie Ihnen und allen anderen Mitgliedern ganz klare Grenzen setzen aber auch dadurch das sie Ihnen über Interessensgemeinschaften eine Plattform zur Verfügung stellen.
Ausstellungen sind leider nicht immer unumgänglich, und hier gehen die Meinungen ziemlich auseinander und auch ich persönlich bin Zwiegespalten. Man kann nicht verleugnen das sie Stress für die Tiere bedeuten. Objektiv betrachtet ist es aber schon nicht schlecht von einem oder mehreren Rassekundigen Dritten eine Beurteilung seiner Katze zu bekommen - egal ob man sich über diese freut oder ärgert. Gerade dem Neueinsteiger ist es nahezu unmöglich Fehler an dem eigenen "Liebling" zu sehen ~ nicht nur weil er es vielfach nicht möchte (die eigene Katze ist immer die schönste!), sondern eher weil er noch nicht über ausreichend Erfahrung und die Möglichkeit zum Vergleich mehrerer Tiere verfügt. So kann das Richten dazu beitragen schwerwiegende Mängel aufzudecken.
Für den Einsteiger bieten sich auf einer Ausstellung neben der Beurteilung der Katze, die Möglichkeit an Informationen zu bekommen und Kontakte von Züchter zu Züchter zu knüpfen. Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten an eine Beurteilung zu bekommen, hier kenne ich mich nicht so gut aus, da ich bisher den althergebrachte, für mich sicheren Weg Ausstellungsweg gegangen bin.
Bei jedem Hobby spielt Zeit eine maßgebliche
Rolle. Bei der Katzenzucht ist das nicht anders, nur sollten sie nicht der
Illusion verfallen, das sie es sind der Ablauf bestimmt. Spielen sie Tennis,
dann setzen sie sich einen Termin, besprechen diesen dann mit Ihren Freunden,
buchen einen Platz und haben eine schöne Zeit. Sie haben alles jederzeit unter
Kontrolle.
Bei Tieren ist das alles ein wenig anders. Es fängt damit an, das die Katze
nicht immer genau dann rollig wird, wenn sie es wollen und es in Ihren Terminplan
paßt. Der Besitzer des Deckkater Ihrer Wahl kann auch schon mal einige 100
km weit weg wohnen und das kann dann dazu führen das man Mittwochs morgen
seine Sachen packt und sich nicht auf den weg zur Arbeit sondern zum Kater
macht. Aber so weit sind wir noch nicht, denn ein guter Deckkaterbesitzer
will sie vorher kennenlernen damit er sicher gehen kann das es den Kleinen
bei ihnen gut geht. Gesundheitstest sind nicht an den Haaren herbeigezogen
PDK Untersuchungen basieren zum Beispiel auf dem Tierschutzgesetz oder möchten
sie Katzenbabys in die Welt setzen die krank sind? Haben sie auch einen oder
mehrere Plätze zu denen sie solche Sorgenkinder vermitteln können den niemand,
auch bei einer Hauskatze ist vor Deformationen oder Geburtsfehlern etc. sicher.
Wurde Ihr kleiner Schatz erfolgreich gedeckt und ist die Trächtigkeit gut verlaufen, dann kommt der große Augenblick der Geburt.
Zur Katzengeburt sollten sie als Bezugsperson unbedingt Zuhause sein. Ich habe die Erfahrung gemacht das unsere Katzen die Nähe zu Markus und mir suchen und daraus ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit beziehen. Sind beide Bezugspersonen zu Hause, dann werden sie merklich ruhiger und hören zum Beispiel auf maunzend und rastlos von Zimmer zu Zimmer zu laufen. Wichtig ist das sich die Katze sicher, geschützt und ungestört fühlt.
Einleitend kann ich nur sagen, das sie sich bewußt seien müssen, das es sich zumeist um einen natürlichen aber auf jeden Fall blutigen Vorgang handelt, bei dem sie notfalls auch mal unterstützend Hand anlegen muß. Nur sie können sich die Frage beantworten ob sie es fertig bringen ein neugeborenes Kitten aus seiner Fruchtblase zu befreien, es abzunabeln und trocken zu rubbeln, wenn ihre Katze aus welchen Gründen auch immer nicht dazu in der Lage ist.
Läuft es bei der Geburt gut, dann haben nicht viel zu tun. Das einzige was sie dann machen könne ist ihre Katze dadurch zu unterstützen das sie auf sie beruhigend einreden oder sie lassen ihr die einen oder anderen Streicheleinheit zwischen den Wehen zuzukommen.
Kommt es zu Komplikationen, dann sind Entscheidungen und die Fähigkeit zum Handeln gefragt. Ihre Katze ist Ihnen dann auf Gedeih und Verderben ausgeliefert und sie bestimmen den nächsten Schritt - warten, oder um Tierarzt. Aber gehen wir mal nicht vom schlimmsten aus.
Haben sie die Möglichkeit sich ev. kurzfristig 5 Wochen Urlaub zu nehmen? Falls ihre Katze die Babys nicht säugen kann? Im besten Fall, weil sie keine Milch hat. Sind sie in der Lage die Babys alle 2 Stunden (auch Nachts) zu füttern, mit der Hand? Am Anfang braucht man dafür eine ganze Zeit bei 4 Babys, weil die Kleinen gar nicht aus dem Plastikteil trinken möchten! Verlassen sie sich dabei nicht auf Andere die sind nämlich meist überfordert.
Auch ich habe dieses Horrorszenario nicht ernst genommen, bis ich es am eigenen Leib bei unserer Raja erfahren habe. Ich für mich kann sagen das es eine der härtesten Erfahrungen in meinem Leben war, das es mehr als einmal an meine physischen und psychischen Grenzen gegangen ist, das ich mehr als einmal mit Tränen in den Augen in mich zusammengefallen bin. Es ist nicht leicht um das Überleben der Kleinen zu kämpfen, wenn Babys und Mutter nicht mitspielen, aber es hat sich auf alle Fälle jede Minute mit den Kleinen gelohnt. Ich würde es jederzeit wieder machen, aber eins aber werde ich nie wieder machen, darüber lächeln oder Warnungen in den Wind schießen.
Und dann kommt noch ein Aspekt ins Spiel der sich blöd und arrogant anhört aber sie brauchen schon finanzielle Reserven, denn die Lösungen von Problemen kosten Geld, auch beim Tierarzt. Beispiel: Aufzuchtmilch sollten sie, nach meiner Erfahrung, nur die vom Tierarzt verfüttern. - es gibt aber auch andere Einkaufsquellen dieser Milch. Der Milchersatz aus dem Fachhandel klumpt meist und geht dann nicht durch den Sauger, also ausprobieren und informieren sie sich vorher genau. Die Milch vom Tierarzt schont zwar nicht ihr Portemonnaie, aber dafür die Nerven und diese brauchen sie dann für andere Dinge. Die einmaligen Kosten der Anschaffung bei der Ausstattung und auch die des Futters etc. (sollte schon hochwertig sein) sind auch nicht zu unterschätzen.
Und nun zu allerletzt damit ich mal zum Ende komme, sind sie bereit das Leben ihrer Katze ev. aufs Spiel zu setzen? Dies ist ein Punkt der mir sehr spät bewußt wurde und es kostet Mut zu züchten, wenn einem dies klar ist. Falls sie zu alledem ja sagen können, empfehle ich ihnen Fachliteratur über Jungtieraufzucht, und die finden sie meist in Büchern übers züchten.
Mit freundlichen Grüßen Antje Büssemeier
Und hier dann noch ein paar persönliche Tips
Wichtig im Haus zu haben ist Calcium, Frubiase ist flüssig und kann im Notfall Eklampsie schnell gegeben werden. Ansonsten geben sie der Katze einen Calciumzusatz während der Trachtigkeit und Säugezeit. Viel Flüssigkeit ist während der Säugezeit wichtig aber meist trinken die Katzen nicht genug von alleine, da sie die Kleinen ja nicht alleine lassen wollen, ich reicher das Futter dann mit Wasser an.
Ich würde nie mehr einen Wurf ohne Aufzuchtmilch im Haus machen oder ohne zu wissen, wo ich schnell welche bekomme. Ich hatte mich diesmal informiert, wo es welche gibt - glücklicherweise, denn als es soweit war hätte ich keine Zeit mehr gehabt zu telefonieren. Wir hatten KMR und waren sehr zufrieden, Mamilac soll auch gut sein. Dazu gehört natürlich auch eine Einwegspritze ( muß leichtgängig sein ) mit einem Silkonaufsatz oder so, da die Kleinen selten sofort mit dem Sauger klar kommen. Bei uns haben sie nach einer Woche den Sauger genommen.
Weiterhin sollte man Getreidekissen oder
mit Vorsicht eine kleine Heizdecke haben, um Mutter und Kinder im Notfall
warm zu halten. Eine zweite Person die sich um schon geborene Babys kümmern
kann, falls ein Notfall eintritt ist wichtig und der griffbereite Kennel ist
klar.
Taxigeld und Zahlungsmittel für den Tierarzt, falls nötig. Dann kommen noch
die obligatorischen Geburtsutensilien, von hartem Waschlappen bis Kaffee,
die überall aufgezählt werden. Homöopathische Notfallkiste, falls man diese
wünscht.